CHARITY CAT CORONA BERICHT

WIE UNSERE PARTNER PROJEKTE MIT COVID-19 UMGEHEN UND WO GEHOLFEN WIRD...

Corona-Krise: „Digitale Hilfe“ in Deutschland und erschwerte Lebensmittelversorgung auf den Philippinen

 

Weltweit haben Regierungen Maßnahmen getroffen, um die Verbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) einzudämmen. Die Corona-Krise hat unser aller Leben verändert, sei es im dienstlichen oder privaten. Besonders hart treffen die Veränderungen und Einschränkungen aufgrund der aktuellen Lage jedoch unsere Partnerorganisationen und insbesondere die Menschen, denen sie helfen. Seien es Grenzschließungen, Kontaktverbote, der Zugang zum Gesundheitssystem im jeweiligen Land oder die Versorgung mit Lebensmitteln – all dies verunsichert und bedroht neben der Gesundheit auch die Existenz vieler Menschen.

 

„Von Herz zu Herz“ startet große Aktion zur Reisversorgung in philippinischem Dorf

 

Auf den Philippinen wurde ein Einreiseverbot verhängt, Shopping-Malls, Schulen usw. wie bei uns in Deutschland geschlossen, einzelne Gemeinden haben weitergehende Quarantäne-Maßnahmen beschlossen. Auch im Tätigkeitsgebiet unserer Partnerorganisation „Von Herz zu Herz“ auf der philippinischen Insel Samar wurden nach Fällen in der Provinzhauptstadt Catbalogan im März die Straßen gesperrt und kurzfristig Geschäfte, Banken und Märkte geschlossen. Im Dorf Lucerdoni wurde die einzige Zufahrtsstraße gesperrt – mit Ein- und Austritt nur mit ID, die nicht alle besitzen – was besonders die ärmeren Bewohner betrifft. Sie können ihre Jobs derzeit nicht ausüben, es fehlt an Nahrungsmitteln.

 

Ein langjähriger Helfer von „Von Herz zu Herz“, Ed, hatte sich deswegen an den Verein gewandt. Sein Ziel: Einen Lastwagen mit Reis und Ölsardinen in das Dorf zu bringen. Es dauerte mehrere Tage, Anläufe und Telefonate, bis ihm die Erlaubnis zur Einfuhr zusammen mit dem Fahrer erteilt wurde. Am 25. März erhielten 200 Familien in Lucerdoni Reis und Sardinen oder Nudeln, um ihr Überleben zu sichern. Um auch die übrigen Familien, die das erste Mal leer ausgehen mussten, zu versorgen und mit Hilfe von Spendengeldern – auch von Charity Cat – startete Ed am 2. April eine zweite Aktion. Zusammen mit zwei Helfern fuhr er in das zwei Stunden entfernt liegende Calbayog. Auf dem Weg gebe es 4-5 Check Points mit Fiebermessen und spezieller Schutzkleidung und er würde die schriftliche Erlaubnis des Bürgermeisters von Catbalogan benötigen, denn dort gebe es nur noch Reiszuteilungen für die Bewohnerinnen und Bewohner. „Darum muss unser großer Held Ed weit entfernt nach dem lebenswichtigen Reis suchen und auch dort viele Fragen beantworten“, schreibt Bärbel Rahideh, Gründerin von „Von Herz zu Herz“ in ihrem Bericht. Reispreise seien außerdem extrem gestiegen: statt 36 Peso für das billigste Produkt, das jetzt ausverkauft sei, kostete das Kilo über 40 Peso. Nach den Dorfbewohnern plant „von Herz zu Herz“ auch die 25 Familien ihrer Patenkinder sowie ihre Arbeiter mit je einem Sack Reis zu versorgen, mit dem sie einen Monat überleben können.

 

„Digitale Hilfe“ statt „analoge Beziehungsarbeit“ im Kinderhaus in Berlin

 

Auch „Straßenkinder e.V.“ in Berlin berichtet, dass aufgrund der Corona-Krise die Projekte des Vereins für Straßenkinder, für Kinder, die von Kinder- und Bildungsarmut betroffen sind und Kinder mit Fluchterfahrung vor großen Herausforderungen stehen. Zum Beispiel müssen bei der Arbeit mit Straßenkindern Abstandsregeln eingehalten werden, die beiden Anlaufstellen dürfen nur einzeln betreten werden, Wäschewaschen, Warten auf die Dusche, Essen abholen oder andere Angebote einzeln in Anspruch genommen werden. Der Verein habe bereits nach der ersten Woche auch einen Anstieg von Straßenkindern wahrgenommen.

 

Und auch im Kinder- und Jugendhaus BOLLE müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an kreativen Lösungen arbeiten. Um die 120 Kinder und Jugendlichen, die sie betreuen und die derzeit noch mehr auf sich alleine gestellt sind, zu unterstützen, haben sie WhatsApp-Gruppen für die Kinder und Jugendlichen erstellt, bieten tägliche Challenges über bollekids.de an und stellen Hilfsangebote wie Online-Hausaufgabenhilfe, Familiennothilfe, ein Sorgentelefon und in Härtefällen Einkaufshilfe. „Es ist für uns als Team eine große Herausforderung, von einer den Kindern zugewandten „analogen Beziehungsarbeit“ auf fast komplett „digitale Hilfe“ umzuschalten“, schreibt Straßenkinder e.V. auf seiner Website (Link: https://strassenkinder-ev.de).

 

Sozialtreff Erlangen e.V. – keine Essensausgaben und Services vor Ort

 

Ähnlich wie diesen beiden Beispielen hat sich die Situation für viele unserer Projekte, für unsere Möglichkeiten, Spendenaktionen durchzuführen, und auch unsere Mitglieder komplett geändert. Zum Beispiel können unsere Helfer derzeit auch nicht die Essensausgabe beim Sozialtreff in Erlangen unterstützen, da sie nicht öffnen darf – auch hier suchen wir gemeinsam nach Wegen, wie wir die Menschen, die darauf angewiesen sind, weiterhin unterstützen können.

 

Die derzeitige Lage wird uns voraussichtlich noch länger und auf unabsehbare Zeit begleiten. Deswegen ist es uns gerade jetzt besonders wichtig, dass wir unsere Partnerorganisationen weiter unterstützen (können). Wenn Sie/Ihr die Gelegenheit nutzen möchten/möchtet, für eines oder mehrere unserer Projekte zu spenden, ob speziell für die Corona-Krisenzeit oder generell, freuen wir uns natürlich riesig! Unsere Kontodaten finden Sie im unteren Bereich der Website.

 

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